Jedes Jahr im November setze ich mich an einem ruhigen Abend mit einer Tasse Tee an den Küchentisch, lege ein Blatt Papier vor mich und schreibe oben drauf: super geheimer Wichtelplan. Geheim, weil ihn kein Kind zu Gesicht bekommen darf. Und Plan, weil mir dieses eine Blatt im Dezember so viele Abende rettet, dass ich es nicht mehr hergeben möchte.
Heute zeige ich euch, wie mein Wichtelplan funktioniert, Spalte für Spalte, mit einem echten Beispiel. Und am Ende bekommt ihr ihn geschenkt.
Die kurze Antwort: Was ist ein Wichtelplan?
Ein Wichtelplan ist eine einfache Tabelle, in der ihr vor der Wichtelzeit festhaltet, welche Wichtelidee an welchem Tag passiert, was ihr dafür vorbereiten müsst und was ihr macht, wenn der Tag anders kommt als gedacht. Ihr braucht dafür einen Abend und kein besonderes Talent. Im Dezember müsst ihr dann nur noch nachschauen statt neu zu überlegen.
Warum ein Plan den Zauber nicht kleiner macht
Manche Eltern sagen mir: „Wanda, wenn ich alles plane, ist es doch nicht mehr spontan.“ Ich verstehe das gut. Aber spontan ist im Dezember meistens nur eines: die Erkenntnis um 22 Uhr, dass vor der Wichteltür noch nichts passiert ist.
Für eure Kinder bleibt alles genauso überraschend. Sie sehen den Plan ja nie. Sie sehen nur, dass morgens ein Brief vor der Tür liegt, eine kleine Spur durchs Wohnzimmer führt oder der Wichtel um Hilfe bei einem Auftrag bittet. Der Plan sorgt nur dafür, dass ihr dabei entspannt lächeln könnt.
Die fünf Spalten meines Wichtelplans
1. Idee
Hier steht in wenigen Worten, was passieren soll. Ein Streich, ein Brief, eine Bastelei, eine Backaktion. Mehr als eine Zeile braucht es nicht.
2. Geplanter Tag
Wann soll die Idee dran sein? Das muss kein festes Datum sein. „Am ersten Adventswochenende“ oder „14 Tage vor dem Einzug“ reicht völlig. Wichtig ist nur, dass große Aktionen auf Tage fallen, an denen ihr Zeit habt.
3. Vorbereitung und Bastelarbeit
Das ist die Spalte, die euch im Dezember am meisten Zeit spart. Hier notiert ihr alles, was vorher erledigt sein muss: Was wird ausgedruckt, was gebastelt, was besorgt? Wenn ihr diese Spalte einmal durchgeht, wisst ihr genau, was ihr an einem Novembernachmittag schon vorbereiten könnt.
4. Ablauf
Wie läuft die Idee ab? Bastelt ihr gemeinsam mit den Kindern? Liegt morgens etwas vor der Tür? Gibt es einen Brief mit Auftrag? Ein Satz genügt.
5. Notfallidee
Mein liebstes Feld. Denn im Dezember kommt immer etwas dazwischen: ein Schnupfen, ein langer Arbeitstag, ein Kind, das an diesem Tag einfach keine Lust auf Basteln hat. Für genau diese Fälle steht hier eine kleinere Variante. Mit der Notfallidee im Rücken muss kein Plan perfekt aufgehen.
Ein echtes Beispiel aus unserem Wichtelplan
So sah die erste Zeile in einem unserer Wichtelpläne aus:
- Idee: Wichtelrufer basteln
- Geplanter Tag: 14 Tage vor dem Start
- Vorbereitung: Wichtelrufer ausdrucken, Kleber, Stifte und ein bisschen Deko bereitlegen
- Ablauf: Basteln mit den Kindern
- Notfallidee: allein basteln
Mehr steht da nicht. Und trotzdem war an diesem Tag sofort klar, was zu tun ist. Der Wichtelrufer kam ans Fenster, und die Vorfreude auf den Einzug konnte wachsen. Wie ein Wichtel sich ankündigt, lest ihr ausführlich in „Wann zieht der Wichtel ein?“.
Meine Tipps für euren eigenen Wichtelplan
Erst sammeln, dann planen
Schreibt zuerst alle Ideen auf, die euch gefallen, ganz ohne Datum. Dafür gibt es bei uns eine eigene Ideensammlung. Erst danach sucht ihr euch aus, was wirklich in den Plan kommt. So landen nicht 40 Ideen im Dezember, sondern die, auf die ihr euch freut.
Nicht jeden Tag füllen
Plant ruhig Lücken ein. Ein Wichtel, der verschlafen hat oder nur ein winziges „Danke“ hinterlässt, ist genauso schön wie einer, der eine Backstube aufbaut. Eine Faustregel, die bei uns gut funktioniert: eine größere Aktion pro Woche, der Rest darf klein sein. Wie so eine Woche aussehen kann, zeige ich euch in „24 Tage Wichtelzeit ohne Abendstress“.
Mit dem Familienkalender abgleichen
Legt den Wichtelplan einmal neben euren Kalender. Weihnachtsfeier, Nikolaus, Besuch bei Oma: An vollen Tagen kommt etwas Kleines in den Plan, an freien Wochenenden die große Idee.
Den Plan gut verstecken
Er heißt nicht umsonst super geheim. Bei uns liegt er zusammengefaltet im Kochbuch, ganz hinten bei den Rezepten, die niemand nachkocht.
Den super geheimen Wichtelplan gibt es zum Ausdrucken
Wichtelplan, Ideensammlung und eine kleine Anleitung als PDF, kostenlos und ohne Anmeldung. Auf unserer Seite zur Wichtelplanung findet ihr außerdem alle sechs Schritte, eine Beispielwoche und Antworten auf die häufigsten Fragen.
Zum kostenlosen WichtelplanerUnd wenn euch das Planen zu viel ist?
Das ist völlig in Ordnung. Nicht jede Familie hat im November Lust auf einen Abend mit Tabelle und Tee. Für alle, die die Planung lieber abgeben möchten, haben wir das Wichtel-Sorglos-Paket WICHTELZEIT geschrieben: 26 fertige Wichtelbriefe mit passender Szenendeko, vom Einzug bis zum Weihnachtsfest. Ihr könnt es auch mit eurem eigenen Plan mischen und nur an vollen Tagen auf einen fertigen Brief zurückgreifen.
Ob mit Plan, ohne Plan oder irgendwo dazwischen: So viel Wichtel, wie zu eurer Familie passt. Kleiner Wichtel. Große Wirkung.
Häufige Fragen
Was ist ein Wichtelplan?
Eine einfache Tabelle, in der ihr vor der Wichtelzeit festhaltet, welche Idee an welchem Tag passiert, was ihr vorbereiten müsst, wie es abläuft und was ihr macht, wenn der Tag anders kommt.
Wann sollte man den Wichtelplan schreiben?
Am besten im November, zwei bis drei Wochen vor dem Einzug. Dann bleibt genug Zeit, Material zu besorgen und Bastelbögen auszudrucken.
Muss im Wichtelplan jeder Tag gefüllt sein?
Nein. Lücken und ruhige Tage sind ausdrücklich erlaubt. Eine größere Aktion pro Woche reicht, der Rest darf klein sein.
Wo bekomme ich einen Wichtelplaner zum Ausdrucken?
Bei Wichtel Wanda auf der Seite Wichtelplanung. Wichtelplan und Ideensammlung gibt es dort kostenlos als PDF, ohne Anmeldung.
Eure Wanda

