Liebe müde Eltern, ich sehe euch. Es ist halb elf, der Tag war lang, und irgendwo wartet ein Wichtel darauf, etwas anzustellen. Lasst mich euch beruhigen: Wichtel sind keine Bühnenkünstler. Sie sind klein, ein bisschen schusselig und am liebsten haben sie Quatsch, der in einer Atempause passiert.
Fünf Streiche für eine Atempause
1. Die Wattebausch-Wolke
Ein paar Wattebäusche vor der Wichteltür, fertig ist die Nebelnacht im Wunderwald.
2. Die umgedrehte Sache
Ein Bilderrahmen steht kopf, ein Schuh hängt am Türknauf. Kinder lieben es, wenn die Welt ein kleines bisschen verrutscht ist.
3. Die Fußspur-Bande
Mit ein wenig Mehl und einem Finger ein paar winzige Tapser über den Tisch wandern lassen, mitten hinein in die Keksdose.
4. Der Mini-Stau
Drei, vier Spielzeugautos in einer ordentlichen Schlange vor der Tür, als wäre dort gleich Berufsverkehr.
5. Der freche Zettel
Mein Liebling: ein einziger Satz in krakeliger Schrift, etwa „Wer hat meine Mütze gesehen?“, gut sichtbar an den Kühlschrank geklebt.
Mehr ist es nicht. Sucht euch abends einen aus, macht ihn im Vorbeigehen, geht ins Bett. Der Streich, an den sich die Kinder in zwanzig Jahren erinnern, ist fast nie der aufwendigste. Es ist der, bei dem ihr gelächelt habt, statt euch zu stressen.
Was einen guten Wichtelstreich ausmacht
Ein Wichtelstreich soll kitzeln, nicht kränken. Nichts geht kaputt, nichts Liebgewonnenes verschwindet, und alles ist in einer Minute wieder aufgeräumt. Unser Wichtel ist auch kein Aufpasser: Er spielt Streiche, weil er Quatsch mag, nicht weil jemand nicht brav war.
Bei kleinen Kindern sind leise Streiche am schönsten, zum Beispiel ein Kuscheltier, das plötzlich eine Mütze trägt. Schulkinder freuen sich auch über Rätsel oder einen Wichtelwitz, den sie beim Frühstück vorlesen können.
Noch mehr Ideen für müde Abende
Einen Streich mit Biss für die Plätzchenzeit findet ihr in „Wenn Wichtel backen“. Wie ihr die ganze Wichtelzeit ohne Abendstress plant, lest ihr in „24 Tage Wichtelzeit ohne Abendstress“. Und wer sich gar nichts mehr ausdenken möchte, findet in unseren fertigen Wichtelbriefen auch kleine Streiche samt Brief für den Morgen danach.
Häufige Fragen
Wie oft sollte der Wichtel Streiche spielen?
So oft ihr mögt. Ein paar Streiche in der Woche reichen völlig, an den anderen Tagen genügt ein Brief oder eine kleine Spur.
Welche Streiche passen für kleine Kinder?
Leise und harmlose Streiche wie eine Wattebausch-Wolke, ein Kuscheltier mit Mütze oder ein paar Autos im Mini-Stau. Nichts, was erschreckt oder kaputtgeht.
Darf ein Wichtelstreich etwas kaputt machen?
Nein. Ein guter Wichtelstreich bringt zum Lachen und ist schnell wieder aufgeräumt. Wichtelstreiche sollen kitzeln, nicht kränken.
Eure Wanda

